Ich habe lange gezögert, eine Rezension der Ukulele abzugeben, da ich nicht recht wusste, wie ich das Instrument bewerten sollte, aber nach mehr als acht Monaten möchte ich das Instrument nun dennoch – beinahe uneingeschränkt – empfehlen.
Mein Exemplar ist fehlerfrei verarbeitet, optisch ist die Ukulele definitiv ein Hingucker. Durch den Cutaway ist die Bespielbarkeit auch in höchsten Lagen schlicht traumhaft, da das Instrument zudem sehr gut eingestellt ist.
Das eingebaute Stimmgerät ist für den Alltagsgebrauch absolut brauchbar, zum Tonabnehmersystem kann ich nichts sagen, da ich es noch nie benutzt habe.
Der Klang des für unter € 200,- vollmassiven (!) und in Portugal hergestellten Instruments ist klasse. Nun muss ich fairerweise zugeben, meine Ukulele noch nicht im direkten Vergleich mit Highend-Modellen getestet zu haben, aber ich vermute, sie würde auch hier keine schlechte Figur machen.
Was hat mich dennoch mit einer Bewertung zögern lassen? Nun, an einigen Stellen des Griffbrettes war ein mal mehr, mal ein weniger starkes "Schnarren" einzelner angeschlagener oder gezupfter Saiten zu hören. Allerdings konnte ich nicht feststellen, dass hieran wie zunächst vermutet die Saitenlage oder schlecht verarbeitete Bundstäbchen die Ursache waren, denn hier gab es nichts zu beanstanden. Irgendwann kam ich auf die Idee, die vier Schrauben des Batteriefaches zu lösen und das Fach vorsichtig herausziehen, so dass es nur noch über die Kabel mit dem Instrument verbunden war. Ein Anschlagen der entsprechend gegriffenen Saiten zeigte schnell, dass wohl die "Eigenresonanz" des Batteriefaches an dem Problem Schuld war. Ich bin kein Physiker, von daher mag die Bezeichnung Eigenresonanz falsch sein, aber ich denke und hoffe, man versteht, was ich meine.
Ich habe dann zwei Parkettgleiter, die man eigentlich unter Stuhlbeine klebt, zurechtgeschnitten, diese außen an das Batteriefach geklebt und dann das Fach wieder vorsichtig in das Instrument eingesetzt. Die vier Schrauben brauchte ich nicht wieder einzusetzen, es hält alles perfekt. Ich kann kein "Schnarren" mehr feststellen und auch von außen sieht das Instrument absolut unverändert aus.
Positiv anmerken möchte ich noch die Reaktion der Thomannmitarbeiter: Man bot mir nach Schilderung des Problems an, das Instrument zur Überprüfung zurückzuschicken und es ggf. auszutauschen. Aber dies hatte sich nach der oben geschilderten "Reparatur" zum Glück erledigt.
Fazit:
Natürlich sollte das beschriebene Problem gar erst nicht auftreten, aber bedenkt man, wie viel Instrument man für – vergleichsweise – wenig Geld erhält und man zudem keinerlei Risiko eingeht, so kann ich die Ukulele uneingeschränkt empfehlen. Ich werde sie – freiwillig – jedenfalls nicht wieder hergeben.